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15.9.
   
Dienstag 19.30 Uhr

Tomas Venclova, Ellen Hinsey, Michael Krüger: Der magnetische Norden. Freiheit in Poesie und Politik

Veranstaltungsdaten

Vilnius und Moskau, Berkely und New Haven sind Stationen der fesselnden Lebensgeschichte von Tomas Venclova. Der »litauische Odysseus« erinnert sie entlang von Gedichten im Austausch mit der Übersetzerin und Dichterin Ellen Hinsey und dem Dichter und langjährigen Verleger Michael Krüger. Dass poetische und politische Freiheit sich bedingen, ist dabei Leitmotiv dieses faszinierenden Jahrhundertlebens. Mit Hannah Arendt setzt es auf die verbindende Kraft dichterischen Denkens, wenn Venclova im Rückblick schließt: »Die Dichtung besteht auf unbedingter Individualität […]. Wenn sie gelingt, dann findet man seinen Platz in der Sprache und in der Geschichte, die lange vor einem selbst existiert haben und sich nach dem eigenen Tod fortsetzen.« Arendt stand für poetische Perspektiven, die aus abendländischen Traditionen schöpfen und gesellschaftliche Zivilcourage fördern. Worte können die politische Fremdheit in poetische Nähe verwandeln, folgt man Tomas Venclovas autobiographischem Resümee: »Das Exil erschafft einen magnetischen Punkt, zu dem man sich hingezogen fühlt wie die Kompassnadel zum Pol. Und zuletzt kann dieser magnetische Punkt zum eigenen werden.«

Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung und in Kooperation mit dem Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg